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Ich habe einen Deutschkurs A2 gemacht und möchte jetzt B1 machen / I completed a German course A2 and want to do B1 now

"Ich habe das Level A2 abgeschlossen und möchte jetzt B1 machen". Bei einem Einstufungsgespräch stellt sich aber heraus, dass die Sprachkenntnisse und die Anwendung auf A1 oder vielleicht A2.1 sind. Wie kommt das?

 

Nun, Sprache ist ein komplexes System, in dem es keine klaren Grenzen gibt. Das Denken, man habe ein bestimmtes Sprachniveau abgeschlossen, ist trügerisch, WEIL Sprache komplex ist und die Grenzen fließend sind.

 

1+1=2 und wenn ich das kann, kann ich 20+84=104 rechnen. Wenn ich die Plusrechnung mit niedrigen Zahlen verstanden habe, kann ich auch die Plusrechnung mit höheren Zahlen. Verstehen und anwenden sind hier zwei Prozesse, die fast gleichzeitig stattfinden.

 

Das bezogen auf das Deutschlernen wäre:

Ich habe verstanden, wie man die Verben konjugiert (e, es, t, en, t, en), also kann ich jetzt einen vollständigen Satz sagen.

 

Hmmm, alle die Deutsch lernen, wissen, dass das nicht so funktioniert.

Verstehen & anwenden sind zwei komplett unterschiedliche Dinge

Verstehen und anwenden sind beim Deutschlernen nicht gleichzeitig. Zuerst kommt das Verstehen.

 

Und DANN steht man erstmal vor der Situation, überhaupt den MUND aufzumachen und zu SPRECHEN. Hier kommt also erstmal die Frage der Sprachbarriere. Ein psychologischer Aspekt, der alles andere dominieren kann: die Sorge und die Angst vor dem Sprechen. Dazu gehören Glaubenssätze wie "Ich spreche erst mit den Leuten, wenn ich bis B1 gelernt habe" oder "Ich kann ja erstmal auf Englisch sprechen" oder "Deutsch ist so anders, das ist so schwer" oder oder oder. Es gibt viele Möglichkeiten, sich das Lernen der Sprache zu erschweren ; )

 

Also nochmal: Im Zentrum des Sprachenlernens steht das Sprechen, das Anwenden der Sprache. Die Namen der Level sind nur eine allgemeine Orientierungshilfe, nicht mehr. Und hinter jedem Sprachlevel steht eine "Kann-Bestimmung", also, was man können muss. Der GER beschreibt, wie man die Sprache AKTIV anwenden kann. Sprache kommt von "sprechen" und das ist eine Aktion.

 

Nochmal zurück zu 1+1=2 und 20+84=104: "Ich habe das Buch in dem Kurs gemacht und jetzt kann ich den Folgekurs machen und das nächste Buch lernen." Dieses Denken ist von Grund auf falsch. Es ähnelt dem Prinzip der mathematischen Formel, das man so NICHT auf das Sprachenlernen übertragen kann.

Im Klartext

Ich will es mal ganz einfach formulieren: Wenn ich am Ende des A2-Niveaus kein Perfekt, keine trennbaren Verben benutzen kann, die Verben meistens im Präsens oder ungetrennt anwende, wenn ich Lücken im Basiswortschatz habe, wenn ich keine Nebensätze mit "weil", "dass", "ob", "wenn" oder "als" anwenden kann, oder "ob" und "als" nicht verstehe, dann habe ich auch nicht das A2-Niveau.

 

Natürlich ist es okay, wenn man Fehler macht. Überhaupt keine Frage. Aber wenn ich diese Wörter und Strukturen beim Sprechen erst gar nicht benutze und die Grammatik durchweg falsch anwende, dann habe ich nicht das Sprachniveau. Ich habe vielleicht den Kurs beendet, aber Sprechen kann ich auf diesem Niveau nicht. Es ist in diesem Fall fatal, einen Kurs auf dem Niveau B1 zu machen, da die Lücken aus dem A-Niveau viel zu groß sind.

 

Wenn man mit diesen Lücken und Fehlern trotzdem den nächsten Kurs macht, verfestigen sie sich und fossilieren. Sie bleiben Lücken und Fehler, die tiefer werden, je weiter man geht.

 

Der Wortschatz wird bis in die höheren Stufen immer komplexer. Die Anwendung dieses neuen Wortschatzes braucht eine solide und stabile Basis-Grammatik auf A1-A2. Auf B1 werden die Strukturen und auch der Wortschatz bereits komplexer und spätestens auf dem B2-Niveau merkt man, dass man den nun viel komplexeren Wortschatz nicht richtig anwenden kann, da die Grammatik fehlt.

Grammatik im Deutschkurs früher und heute

Während man in den 70er/80er Jahren davon ausging, dass Grammatik nur eine minimale Rolle spiele und der Fremdsprachenunterricht auf rein kommunikativen Methoden aufbauen sollte, kommt man heute zu ganz anderen Ergebnissen, denn die Praxis hat gezeigt, dass das Weglassen der Grammatik im Unterricht zu Problemen in der Sprachpraxis führt. Im Unterricht kommen beim Sprechen automatisch Fragen zur Grammatik auf. Diese nicht zu beantworten, führt zu Frust und Lücken bei den Lernern.

 

Im Gegensatz zu den 70er/80er Jahren steht heute die Grammatik im Vordergrund, denn sie ist das Gerüst einer Sprache. Ich muss wissen, wie ich die Wörter miteinander kombiniere, um das zu sagen, was ich sagen möchte.

 

Wenn ich die Strukturen lerne, geht dies natürlich nur, indem ich sie anwende, indem ich spreche, schreibe, höre und lese. Grammatik ist also nie separat von allem Anderen zu sehen. Ganz im Gegenteil, ich brauche ein Gleichgewicht.

Wie kann ich gut Deutsch lernen?

Der erste Schlüssel zum Erfolg

Benutze Deutsch in jeder Situation. In JEDER. Von Anfang an.

 

Der zweite Schlüssel zum Erfolg

  • aktives Mitmachen im Deutschunterricht
  • Hausaufgaben machen
  • neben den Hausaufgaben noch mehr für dich Deutsch lernen (Filme sehen, Zeitung lesen, schreiben, Radio hören etc.)

Der dritte Schlüssel zum Erfolg

...ist, dass du siehst "Was KANN ich nach dem Kurs, den ich gemacht habe? Kann ich die Dinge anwenden? Kann ich sie SAGEN?" Die Frage ist nicht "Habe ich alles im Kurs verstanden?" Du hast es vielleicht verstanden, aber kannst du es auch anweden??"

 

Woher weiß ich, was ich nach meinem Deutschkurs können muss?

 Das kannst du in deinen Deutschbüchern lesen, zum Beispiel im Inhaltsverzeichnis. Also "können" im Sinne von "verstehen UND anwenden". Anfangs mit Fehlern, diese sollten sich aber mit der regelmäßigen Anwendung reduzieren. Und dazu bedarf es des aktiven Lernens.

Was sagt der GER (Gemeinsame Europäische Referenzrahmen) zu den Sprachniveaus A1-C2?

Nach einem Deutschkurs auf dem Niveau A1+A2 kann ich: A-Niveau

Nach einem Deutschkurs auf dem Niveau B1+B2 kann ich: B-Niveau

Nach einem Deutschkurs auf dem Niveau C1+C2 kann ich: C-Niveau

Unsere Sprachschule in Frankfurt Main ist im Zentrum der Stadt: Deutschkurs A1, A2, B1, B2, C1, C2

Deutsch Abendkurs, Deutsch Intensivkurse, Deutschkurs am Vormittag in kleinen Gruppen

Online-Deutschkurse und Offline-Deutschkurse


In English

I completed an A2 German course and now I want to do B1

"I completed level A2 and now I want to do B1". But at a placement interview, it turns out that the language skills and application are at A1 or maybe A2.1. Why is that?

Well, language is a complex system in which there are no clear boundaries. Thinking you have completed a certain level of language is deceptive BECAUSE language is complex and the boundaries are fluid.

1+1=2 and if I can do that, I can do 20+84=104. If I understand plus arithmetic with lower numbers, I can do plus arithmetic with higher numbers. Understanding and applying are here two processes that take place almost simultaneously.

That related to learning German would be:
I understood how to conjugate the verbs (e, es, t, en, t, en), so now I can say a complete sentence.

Hmmm, all of you who are learning German know that's not how it works.

Understanding & applying are two completely different things

Understanding and applying don't happen simultaneously when learning German. First comes understanding.

And THEN you are faced with the situation of opening your MOUTH and SPEAKING. This is the aspect of the language barrier, which is a psychological aspect that can dominate everything else: the worry and fear of speaking. This includes beliefs like "I won't speak to people until I've learned up to B1" or "I can speak in English for now" or "German is so different, it's so hard" or or. There are many ways to make learning the language more difficult ; )

So again: The center of language learning is speaking, using the language. The names of the levels are only a general guide, nothing more. They don't tell you "If you competed x you have level x". Because behind each language level is a "can-do" condition, i.e. what you have to be able to do. The CEFR describes how to ACTUALLY use the language. Sprache comes from "sprechen" and that is an action.

Again, back to 1+1=2 and 20+84=104: "I did the book in that course and now I can do the follow-up course and learn the next book." This thinking is fundamentally wrong. It resembles the principle of mathematical formula, which you CANNOT apply to language learning.

To be clear

Let me put it simply: If at the end of A2 level I cannot use perfect tense, I can't use separable verbs, I use verbs mostly in present tense or unseparated, if I have gaps in basic vocabulary, if I can't use subordinate clauses with "weil", "dass", "ob", "wenn" or "als", or when I don't understand "ob" and "als", then I don't have A2 level.

Of course, it's okay to make mistakes. No question about it at all. But if I don't use those words and structures when I speak in the first place and consistently misapply grammar, then I don't have the language level. I may have finished the course, but I can't speak at that level. In this case, it is fatal to do a B1 level course because the gaps from the A level are far too large.

If you take the next course with these gaps and mistakes anyway, they solidify and fossilize. They remain gaps and errors that get deeper the further you go.

Vocabulary becomes more complex all the way up to the higher levels. The application of this new vocabulary needs a solid and stable basic grammar at A1-A2. At B1 the structures and also the vocabulary already become more complex and at the latest at the B2 level you notice that you cannot use the vocabulary - which is now much more complex - correctly because the grammar is missing.

Grammar in the German course in the past and today

While in the 1970s/80s it was assumed that grammar played only a minor role and that foreign language teaching should be based on purely communicative methods, today science arrives at quite different results. Practice has shown that omitting grammar in the classroom leads to problems in applying the language. In class, questions about grammar automatically come up when speaking. Not answering these leads to frustration and gaps for learners.


In contrast to the 70s/80s, grammar is the focus today because it is the scaffolding of a language. I need to know how to combine words to say what I want to say.

Of course, when I learn the structures, I can only do so by applying them, by speaking, writing, listening, and reading. Grammar, then, can never be seen separately from everything else. On the contrary, I need a balance.

How can I learn German well?

The first key to success

Use German in every situation. In EVERY situation. From the very beginning.

 

The second key to success

  • actively participate in German classes
  • do homework
  • learning more German for yourself besides homework (watching movies, reading the newspaper, writing, listening to the radio, etc.)

The third key to success

...is to see "What CAN I do after the course I took? Can I apply the things? Can I SAY them?" The question is not "Did I understand everything in the course?" You may have understood it, but can you apply it??"

 

How do I know what I have to be able to do in the language after my German course?

You can read that in your German books, for example in the table of contents. So "can" in the sense of "understand AND apply". At first with mistakes, but these should reduce with regular use. And this requires active learning.

What does the CEFR (Common European Framework of Reference for Languages) say about the language levels A1-C2?

After a German course at level A1+A2 I can: A-Level

After a German course at level A1+A2 I can: B-Level

After a German course at level A1+A2 I can: C-Level

Our Language school in in Frankfurt Main is in the center of the city: German course A1, A2, B1, B2, C1, C2

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